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Project Power: Filmkritik

 
 

Superhelden sind meist im Labor gezüchtete Mutanten. Doch was wäre, wenn jeder Mensch allein durch eine Pille für fünf Minuten eine zufällige Superkraft erlangen könnte? Dem gehen Jamie Foxx und Joseph Gordon-Levitt in „Project Power“ auf die Spur.

Als Netflix vor einigen Wochen ihren Actionkracher „Project Power“ ankündigten, waren die ersten Stimmen von Plagiatsvorwürfen übersät. Nach Netflix‘ letztem Action-Fiasko „6 Underground“ von Kult-Regisseur Michael Bay befürchteten viele nun ein Rip-Off von „Limitless“ mit Bradley Cooper vermischt mit Ideen aus Comics von Marvel und DC. Anders als etwa „6 Underground“ schafft es Netflix, abseits des durchwachsenen Action-Genres, einen soliden Vertreter zu kreieren, der eine Geschichte mit Charakter verfolgt.

Eigentlich sind die Straßen von New Orleans bis auf die üblichen Drogen-Delikte wenig auffällig. Das sollte sich allerdings schnell ändern, als eine mysteriöse Pille die Runde macht. Diese Pille soll dem Konsumenten eine Superkraft verleihen. Jedoch mit einem großen Haken – die erhaltene Kraft ist zufällig. Von Unsichtbarkeit, Kugelresistenz und Entflammbarkeit ist alles möglich. Herausfinden lässt sich das jedoch erst durch die Einnahme. Die dadurch, wortwörtlich explosiv gestiegene Todesrate, bewegt einige zum Umdenken. Da selbst die Polizei von einer hohen Organisation unterwandert zu sein scheint, macht sich der Polizist Frank mit der angehenden Rapperin Robin sowie dem Rachesuchenden Art auf die Jagd nach dem Kartell im Hintergrund.


Action-ABC

Das Regie-Duo Henry Joost und Ariel Schulman inszenieren die Geschichte als typischen Action-Blockbuster. Von schnellen Verfolgungsjagden über explodierende Häuser und Schießereien ist in „Project Power“ alles enthalten. Untermalt wird das im Film von stilistisch sehr ansehnlichen Kamerafahrten und handwerklich soliden visuellen Effekten. Egal ob spontane Selbstentzündung oder Frostbrand, das Team um Illia Afanasiev, dass bereits die visuellen Effekte für „Fantastic Four“ und „Suicide Squad“ erschuf, leistet eine starke Arbeit.

Dass die Geschichte simpel ist, dürfte dabei – auch dem Genre geschuldet, wenig überraschen. Die eigentliche Protagonistin Dominique Fishback spielt die Rolle der schüchternen Dealerin Robin. Um sich selbst und ihre kranke Mutter über Wasser zu halten, vertickt sie die neue Droge und unterstützt den Polizisten Frank (gespielt von Joseph Gordon-Levitt). Die Grundstory könnte insofern also auch aus einem zweitklassigen Hip-Hop-Song stammen. Interessant wird die Geschichte dennoch durch die eingeflochtenen moralischen Aspekte.


Charakter vor Superkraft

Das junge Mädchen ist nicht durch Zufall eine schüchterne, im Kern sehr talentierte, Afroamerikanerin. Schulman und Joost erzählen in einer sekundären Handlung zielgruppengerecht eine Geschichte der Selbstfindung und der Zuversicht in die eigenen Stärken. Dabei stellt man bewusst nicht die Superkräfte in den Fokus, sondern zeigt die charakterlichen Stärken als Superheldenkraft.

Schon im Trailer merke man dem Film schnell die Zielgruppe des Filmes an. Auch wenn der Film in Deutschland mit einer Altersempfehlung von 16 Jahren bei Netflix gezeigt wird, so spielt es teils ein etwas jüngeres Publikum an. Die gesamte Handlung des Filmes ist von Hip-Hop Motiven, die sich auch durch den Soundtrack des Filmes ziehen, geprägt.

Fazit:

„Project Power“ ist ein typischer Vertreter des Actionkinos, der allerdings mehr kann als der klassische 0815-Streifen. Die schauspielerischen Leistungen von Gordon-Levitt und Foxx halten sich auf einem moderaten Level, doch werden durch die gegenseitige Chemie zwischen den Charakteren wieder ausgeglichen. Zwar ist die Story schnell erzählt und wenig überraschend, doch ist der Film in jedem Fall ein gutes Popcorn-Kino, welches zudem noch gute Werte vermittelt.

"Project Power" ist jetzt auf Netflix aufrufbar. Im Player haben wir für euch den Trailer zum Film.

 
 

FILM.TV-Check: 70%


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HOT:

+vermittelt gute Werte

+starke Effekte

NOT:

-Geschichte wenig überraschend

-schauspielerische Leistungen mittelmäßig


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Autor: Nils Zehnder
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