Bilder zum Film Capote

DIE GESCHICHTE EINES BIOGRAPHEN
von Gerald Clarke

„Truman, man hat mich gebeten, deine Biographie zu schreiben. Wirst du mitmachen?“

Am anderen Ende der Telefonleitung gab es eine kurze Pause. Und dann eine noch kürzere Antwort: „sicher.“ Also fing ich an.

Ich dachte, dass sich mein Buch relativ leicht würde schreiben lassen. Immerhin hatte ich bereits viele Profile berühmter und talentierter Menschen für das Time Magazine geschrieben – eine Liste, die letztlich jeden von Mae West bis Susan Sontag, von Elizabeth Taylor bis Joseph Campbell umfasste. Außerdem hatte ich für The Atlantic und Esquire eine Serie über Schriftsteller verfasst. Gore Vidal. Allen Ginsberg, der Beat-Poet. Vladimir Nabokov, der Schöpfer von „Lolita“. P.G. Wodehouse, das urkomische Genie, auf dessen Konto „Jeeves“ geht. Und schließlich Truman Capote, der zu diesem Zeitpunkt der am meisten gefeierte Schriftsteller in Amerika war – der Autor von „Kaltblütig“, das Buchphänomen der 60er Jahre, das seit seiner Veröffentlichung das Wesen und die Bedeutung der Non-Fiktion maßgeblich verändert hatte. „Kaltblütig“ war auch der Grund, warum mein Verleger mich angerufen und warum ich Kontakt mit Truman aufgenommen hatte.

Ich dachte, die Biographie würde zwei Jahre in Anspruch nehmen. Drei vielleicht. Ich war sicher, dass das Schreiben ein Spaziergang werden würde, mit Interviews in schicken Restaurants und Litern der besten Weinjahrgänge am jeweils besten Tisch des Hauses. Wo auch immer Truman Capote durch die Tür kam, unternahmen die Chefkellner mit Ausnahme von unterwürfigen Verbeugungen alles, um ihm zu signalisieren, dass sie alles für ihn tun würden. „Man könnte sagen, dass Truman allmächtig geworden ist“, schrieb eine Zeitung. Und für etwas mehr als ein Jahrzehnt traf das auch zu.

Was die Interviews in schicken Restaurants und die rauen Mengen an Beaujolais anbetraf, sollte ich Recht behalten. Bei allem anderen hatte ich mich geirrt. Wenn er gewusst hätte, wie lange es dauern würde, „Kaltblütig“ zu schreiben, und was es ihm abverlangen würde, dann hätte er nie in Kansas angehalten, gab Truman später zu Protokoll. Er wäre weitergefahren – „wie eine Fledermaus aus der Hölle“. Manchmal habe ich fast dasselbe empfunden. Was ich nicht vorhergesehen hatte, war das Drama, das Trumans Leben ständig umgab – ein Drama, in dem ich manchmal selbst eine Rolle spielte. Das Resultat war, dass es 13 Jahre dauerte, bis ich mein Buch fertig geschrieben hatte. Toller Spaziergang! Es war das Schwerste, was ich in meinem Leben gemacht habe. Aber es gibt auch nichts, was jemals erhebender gewesen wäre.

Auf der Suche nach Information reiste ich kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten und machte immer wieder Abstecher nach Europa. Eines meiner Reiseziele war selbstverständlich Kansas, der Schauplatz von „Kaltblütig“. Mit Ausnahme von zwei Figuren lernte ich alle Protagonisten von CAPOTE, dem Film, kennen. Harper Lee, die Truman bei seinen Recherchen half und mit ihrem Roman „Wer die Nachtigall stört“ selbst schon bald eine literarische Sensation werden sollte. Alvin Dewey, der ermittelnde Detective des Kansas Bureau of Investigation, und seine Frau Marie. William Shawn, der Chefredakteur des New Yorker. Und Jack Dunphy, Trumans langjähriger Gefährte.

Die zwei, die ich nicht interviewen konnte, waren die Mörder, Perry Smith und Dick Hickock. Sie waren 1965 hingerichtet worden. Aber ich lernte sie dennoch kennen – intim, wie ich mir einbildete – durch die etwa 40 Briefe, die sie an Truman geschrieben hatten. Die meisten ihrer Briefe sind mehrere Seiten lang. Sie sind schonungslose Blicke in das Leben in der Todeszelle. Truman hat sie mir gegeben. Dan Futterman, der das Drehbuch zu CAPOTE schrieb, ist der Einzige, den ich sie jemals habe lesen lassen. Ihr Dialog im Film reflektiert – bisweilen Wort für Wort – was Perry und Dick tatsächlich gesagt haben.

Das Drehbuch des Films stammt komplett von Dan, und er hat eine prächtige Arbeit abgeliefert. Ich habe nur insofern dazu beigetragen, indem ich bereitwillig jede Frage beantwortet habe, die er mir zum Thema stellte. Hätte Truman so etwas gesagt? Hätte er Dinge auf diese Weise gemacht? Bennett Miller, der Regisseur des Films, und Philip Seymour Hoffman, der Truman spielt, haben mich in meinem Haus im Osten von Long Island besucht. Sie haben mir weitere Fragen gestellt. „Trug Truman seine Brille die ganze Zeit?“, war eine der Fragen, die Philip interessierte. (Die Antwort: Wie viele andere kurzsichtige Menschen, nahm Truman seine Brille ab, wenn er sich hinsetzte.) Um Trumans eigenartige, kindliche Stimme – Truman lispelte nicht, wie manche Autoren fälschlicherweise schreiben – reproduzieren zu können, gab ich ihm Bandaufnahmen einiger meiner Interviews. Philip hat den Rest erledigt. Durch die Alchemie, die nur sehr wenige ausgesprochen begabte Schauspieler besitzen, ist ihm weitaus mehr gelungen, als Truman nur nachzumachen. Für die Dauer des gesamten Films hat er ihn wiederauferstehen lassen.

In der letzten Juniwoche 1984 – er starb im August des Jahres – hatte ich in Long Island jeden Tag Lunch mit Truman. Danach setzten wir uns bei mir oder ihm hin, um uns lange zu unterhalten.

„Es gibt da einen T.C., der absolut einmalig ist“, sagte er einmal. „Es gab niemanden wie mich vor mir, und es wird niemals wieder jemanden geben, der so ist wie ich, wenn ich nicht mehr da bin.“ Das ist wahr – wer würde ihm da widersprechen wollen? Für die zwei Stunden, die der Film dauert, kommt Philip aber verdammt nah ran.

ÜBER „KALTBLÜTIG“

Mit „Kaltblütig“ unternahm Truman Capote den Versuch, etwas völlig Neues zu erschaffen – etwas, das er selbst „Non-Fiction Novel“, also „Non-Fiktions-Roman“, nannte. Sein Ziel war es, ein Werk der Non-Fiktion mit den Techniken der Fiktion – künstlerische Auswahl und das Auge des Literaten für bemerkenswerte Details – zu verfassen. Er wollte beweisen, dass eine Tatsachenerzählung ebenso packend sein kann wie ein raffinierter Thriller. Sein Erfolg wird gleich auf der ersten Seite offensichtlich, auf der er den Leser mit wenigen Worten mitten hineinversetzt in das Flachland von Kansas. „Das Land ist so flach, dass man nach allen Seiten unheimlich weite Ausblicke hat. Pferde, Rinderherden, eine Gruppe von weißen Getreidesilos, schlank und anmutig wie griechische Tempel, sieht man schon lange, bevor man herankommt.“ Spätestens ab der dritten Seite, wenn vier Gewehrschüsse der Stille der Prärie ein jähes Ende setzen, lässt die Erzählung den Leser nicht mehr los. „Der perfekteste Autor meiner Generation“, wurde Capote von Norman Mailer genannt. Mit „Kaltblütig“ bewies Capote, dass Mailer nicht übertrieben hatte.

Es würde schwerfallen, den Einfluss, den „Kaltblütig“ auf andere Schriftsteller haben sollte, nicht wahrzunehmen. Bis zur Veröffentlichung des Buchs im Jahr 1966 hatten Schriftsteller – oder besser gesagt: talentierte, ambitionierte Schriftsteller – den Eindruck, sie müssten in die Fußstapfen von Fitzgerald, Hemingway und Faulkner treten und Fiktion veröffentlichen. Non-Fiktion dagegen war etwas für Historiker, Journalisten und Stümper. Capote eröffnete neue Wege. In den folgenden Jahrzehnten folgten ihm viele der besten Autoren in Amerika und fanden ihre Themen und Figuren, wie es Capote vorgemacht hatte, in der harschen Welt realer Vorkommnisse. Capotes Einfluss reicht sogar bis ins 21. Jahrhundert. Selbst Schriftsteller, die nie von „Kaltblütig“ gehört oder das Buch gelesen haben, schreiben so, wie sie es tun, weil er es so getan hat.

CAPOTE, der Film lädt den Zuschauer dazu ein, sich in eine Zeit zu denken, in der Schriftsteller eine Form von Berühmtheit und Bekanntheit erreichten, wie man sie heute bei Figuren der Popkultur kennt. In Amerika wurde damals erheblich mehr gelesen als es heute der Fall ist. Bücher waren wichtig. Dazu kommt, dass Truman dazu geboren war, sich selbst im Rampenlicht zu präsentieren. Damit ebnete er den Weg für jene Art von Persönlichkeitskult, wie er heute allgegenwärtig ist. Sein Ruhm war nicht auf einzelne Kategorien beschränkt. Capote wurde von der Hoch- und Trivialkultur gefeiert, lieferte Stoff für ernsthafte literarische Betrachtung ebenso wie für frivoles Getratsche in der High-Society. Sein Name war nicht aus Zeitungen, Magazinen und Fernsehsendungen wegzudenken. Wenn er durch Manhattan spazierte, riefen ihm Lastwagenfahrer zu „Hey Truman, wie geht’s?“, und die Damen von der Telefonvermittlung erkannten ihn, sobald er zu sprechen begann.

1967, ein Jahr nach der Veröffentlichung des Buches, kam Regisseur Richard Brooks nach Holcomb, um den Roman zu verfilmen. Um sich von der Einheitlichkeit Hollywoods von vornherein abzusetzen, drehte Brooks in Schwarzweiß und besetzte zwei unbekannte Schauspieler – Robert Blake und Scott Wilson – als Perry Smith und Dick Hickock. Einzig die Rolle des Alvin Dewey fiel einem bekannten Film- und Fernsehschauspieler zu: John Forsythe, der später vor allem als Stimme von Charlie in „Drei Engel für Charlie“ und als Blake Carrington in „Der Denver-Clan“ TV-Geschichte schrieb. Der Dreh fand im Haus der ermordeten Familien Clutter sowie anderen authentischen Plätzen statt. Brooks filmte sieben der realen Geschworenen, den tatsächlichen Henker und Nancy Clutters Pferd Babe. Truman schaute während der Dreharbeiten vorbei und erregte damit so große Aufmerksamkeit und Pressetrubel, dass Brooks den Schriftsteller als Ablenkung empfand und ihn darum bat, wieder abzureisen. Truman willigte ein, aber nicht, bevor er mit Blake und Wilson für ein Titelfoto für Life posiert hatte.

Der Film kam im folgenden Jahr ins Kino und war ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum. Er erhielt vier Oscar®-Nominierungen: für die Beste Regie und das Beste Drehbuch (Brooks), die Beste Kamera (Conrad L. Hall) und die Beste Musik (Quincy Jones).

1996 wurde „Kaltblütig“ ein zweites Mal verfilmt, diesmal als Hallmark-TV-Movie, inszeniert von Jonathan Kaplan (Accused (Angeklagt, 1988)) und mit Sam Neill als Dewey sowie Eric Roberts und Anthony Edwards als Smith und Hickock. Dieser Film wurde in Kanada gedreht.

„Kaltblütig“ bescherte Capote gewaltigen Ruhm, viel Geld und und eine Menge Respekt. Aber das Buch markierte auch einen weiteren Wendepunkt in seinem Leben. „In manchen Leben“, schrieb Gerald Clarke „gibt es Momente, die, wenn man sie später betrachtet, als die Linien angesehen werden können, an denen ein dramatischer Aufstieg oder tiefer Fall beginnt. Der unmittelbare Grund für Capotes tragischen Fall – und nichts anderes war es – war ,Kaltblütig‘ selbst.“

ÜBER TRUMAN CAPOTE

Schriftsteller, Verfasser von Kurzgeschichten, Drehbuchautor, Stückeschreiber, Schöpfer der „non-fiction novel“, faszinierender Erzähler, Pfiffikus, Superstar, Genie und Jetsetter, und immer rundum ein Vergnügen: Truman Capote war eine der überraschendsten und einzigartigsten Persönlichkeiten seiner Zeit.

Er wurde am 30. September 1924 als Truman Streckfus Persons in New Orleans geboren. Sein Vater war Arch Persons, ein Kleinspurbetrüger, seine Mutter war Lillie Mae Faulk Persons, eine bildschöne junge Frau aus Monroeville, Alabama. Bald schon steigerte sich Lillie Maes Enttäuschung in Arch so sehr, dass sie Geschmack für andere Männer entwickelte und die Ehe zu zerbrechen begann. 1930, kurz vor seinem sechsten Geburtstag, wurde Truman von seinen Eltern nach Monroeville geschickt, wo er bei den älteren Faulk-Cousins und -Cousinen leben sollte – den jungferlichen Schwestern Jennie, Callie und Sook sowie deren unverheirateten Bruder Bud. Von ihnen war Truman am meisten Sook zugetan, die für ihn so etwas wie eine Ersatzmutter wurde. Außerdem freundete er sich mit einem Mädchen aus der Nachbarschaft an, Harper Lee, die ein Jahr jünger war als er. Später porträtierte sie den jungen Truman als die Figur Dill in ihrem Roman „Wer die Nachtigall stört“: „Wir lernten ihn als einen Merlin im Taschenformat kennen, dessen Kopf voller exzentrischer Pläne, merkwürdigen Sehnsüchten und kurioser Vorlieben steckte.“

Seine Mutter zog 1931 nach New York City. Sie änderte ihren Vornamen in Nina, ließ sich von Arch scheiden, heiratete Joseph Capote, einen Kubaner, der für eine Textilfirma an der Wall Street arbeitete, und holte Truman in den Norden nach Manhattan. Er besuchte die Trinity School, eine Privatschule an der West Side, und wurde 1935 formal von seinem Stiefvater adoptiert. Truman Persons war nun Truman Capote (was man „Ka-poh-tie“ ausspricht). 1939 zogen die Capotes nach Greenwich, Connecticut, eine wohlhabende Vorstadt von New York. Dort besuchte Truman die Greenwich High School. 1942 kehrten die Capotes nach New York zurück und zogen in ein Apartment in der Park Avenue. Truman, der beim Abschluss an der Greenwich High School durchgefallen war, holte sein Diplom im folgenden Jahr an der Franklin School nach, einer Privatschule an der West Side. Dies war das Ende seiner formalen Ausbildung.

Während seiner Zeit an der Franklin nahm er einen Job beim The New Yorker als Copyboy des Art Department an. Als „herrliche Erscheinung, umherflatternd, die Korridore des Magazins auf und ab huschend“ wurde er von Brendan Gill, einem der Stützpfeiler des Magazins, beschrieben. In einer Zeit, in der Homosexualität in Amerika als Gräuel galt, war Truman auf nonchalante und strahlende Weise schwul.

Truman hatte schon in seiner frühen Jugend mit dem Schreiben von Geschichten begonnen und hoffte nun, dass The New Yorker ihn veröffentlichen würde. Aber all seine Versuche wurden abgeschmettert. Auf mehr Gegenliebe stieß er bei zwei Frauenmagazinen, Mademoiselle und Harper’s Bazaar, die zu dieser Zeit im Ruf standen, die besten Kurzgeschichten in ganz Amerika abzudrucken. Seine erste Geschichte in Mademoiselle war „Miriam“, die ihm nicht nur einen O. Henry Award einbrachte, sondern ihn auch zum Gesprächsthema in den Literaturzirkeln von Gotham machte. Weitere Geschichten folgten. 1945 nahm ihn Random House für seinen ersten Roman unter Vertrag: „Andere Stimmen, andere Stuben“ sollte sein Titel werden. Weil er zu Hause nicht schreiben konnte (seine Mutter war mittlerweile dem Alkohol verfallen), erhielt Truman ein Stipendium für Yaddo, einer Zuflucht für Künstler, Schriftsteller und Komponisten im Staat New York.

Dort begann seine lange Beziehung mit Newton Arvin, einem Literaturprofessor am Smith College in Massachusetts. Arvin war 24 Jahre älter als Truman und ein anmutiger Autor, ein Gelehrter mit beeindruckendem Wissen und ein Kritiker mit makellosem Urteilsvermögen. Seine Biographie über Herman Melville gewann den allerersten National Book Award für ein Non-Fiction-Buch. Arvin war sowohl Liebhaber als auch Vaterfigur und, wie Truman später sagte, sein Yale und Harvard.

Obwohl sich „Andere Stimmen, andere Stuben“ nach seiner Veröffentlichung 1948 nur schleppend verkaufte, zementierte der Roman Trumans Ruf als einen der viel versprechendsten Autoren der Generation nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Roman erzählt niemals explizit die Geschichte eines Jungen in seinen Teenager-Jahren, der die eigene Homosexualität entdeckt. Erst viele Jahre später war Capote selbst in der Lage zu der Erkenntnis, dass es sich um seine zumindest spirituelle, wenn auch nicht tatsächliche Autobiographie handelte. Gerald Clarke schrieb, dass der exzentrische Cousin der Hauptfigur „das Sprachrohr für die Themen war, die alle Veröffentlichungen Trumans dominieren: die Einsamkeit, die außer den Dummen und Unsensiblen alle befällt; die Heiligkeit der Liebe, in welcher Form auch immer; die Enttäuschung, die hohen Erwartungen unweigerlich folgt; und die Perversion der Unschuld.“

Nach einem Sommer in Europa lernte Truman Capote im Herbst 1948 Jack Dunphy kennen, ebenfalls ein Schriftsteller, der sein lebenslanger Gefährte werden sollte. 1950 ließen sie sich in Taormina auf Sizilien nieder, in einem Haus, das einst D.H. Lawrence bewohnt hatte, und Truman begann mit der Arbeit an seinem zweiten Roman, „Die Grasharfe“.

Wenn man „Andere Stimmen, andere Stuben“ als Capotes Blick auf die finstere Seite seiner Kindheit betrachtet, ist der 1951 veröffentlichte Roman „Die Grasharfe“ in Clarkes Worten „ein Versuch, die bittersüßen Geister der Erinnerung und Nostalgie heraufzubeschwören“. In dieser Geschichte eines einsamen Jungen, der mit vier anderen entwurzelten Geistern Zuflucht in einem Baumhaus findet, erweckt Truman die Erinnerung an seine Kindheit in Alabama und seine geliebte Cousine Sook Faulk. Im folgenden Jahr adaptierte Truman „Die Grasharfe“ für den Broadway, aber das Stück war kein Erfolg und wurde nach nur einem Monat wieder abgesetzt. (Eine Filmversion mit Walter Matthau und Sissy Spacek entstand 1995.)

Nach ein paar Änderungsarbeiten an dem Drehbuch zu Vittorio De Sicas Stazione Termini aka Indiscretion of an American Wife (Rom, Station Termini, 1953) setzte sich Truman mit Regisseur John Huston zusammen, um mit ihm an dem Drehbuch zu dessen schräger Thrillerkomödie Beat the Devil (Schach dem Teufel, 1954) zu feilen. Gefilmt im italienischen Ravello und mit Jennifer Jones, Humphrey Bogart und Gina Lollobrigida in den Hauptrollen, ist der Film so skurril und charmant, wie es wohl auch die Dreharbeiten waren. (Capote selbst erachtete stets The Innocents (Schloss des Schreckens, 1961), eine Adaption von Henry James’ „Das Durchdrehen der Schraube“ mit Deborah Kerr in der Hauptrolle, als das beste seiner Drehbücher.) Nach Beat the Devil reisten Jack und Truman nach Portofino, wo Truman seine Kurzgeschichte „House of Flowers“ als Broadway-Musical adaptierte. Obwohl der Score von Harold Arlen zu seinen besten zählt, hatte die Show lediglich moderaten Erfolg.

Truman kehrte nach Europa zurück. Doch bereits im Januar 1954 musste er wieder nach New York fliegen, nachdem seine Mutter eine Packung Schlaftabletten geschluckt hatte. Sie starb, bevor er in Amerika landete.

Capotes Interesse an den Möglichkeiten des Journalismus führten zu „The Muses Are Flying“, die Geschichte des Sowjetunion-Besuchs der „Porgy and Bess“-Truppe, und „The Duke and His Domain“, ein langes und schonungslos offenes Porträt von Marlon Brando. Nach der Lektüre gab der Schauspieler zu Protokoll, er habe gute Lust, den Autor zu ermorden.

Trumans nächstes Buch war „Frühstück bei Tiffany“. Es wurde 1958 veröffentlicht und schenkte der Welt die unvergessliche Holly Golightly, die das Manhattan der Kriegszeit wie ein freigeistiger Kobold erstrahlen lässt. Hollys einzige Angst ist, was sie als „mean reds“ bezeichnet. Ihre Lösung: „Ich habe herausgefunden, was am besten dagegen hilft: Ich steige in ein Taxi und gehe zu Tiffany“, sagt sie. „Das beruhigt mich sofort, die Stille und das stolze Aussehen: nichts wirklich Schlimmes kann einem dort widerfahren...“ Der Roman wurde von Blake Edwards zu einem Filmklassiker mit Audrey Hepburn als Holly, Henry Mancinis zeitlosem Song „Moon River“ und einer dazu gepackten Liebesgeschichte gemacht. Truman war zwar ein Fan von Hepburn, fand sie aber dennoch fehlbesetzt und war enttäuscht von dem Film; er fand, dass Marilyn Monroe die passende Wahl gewesen wäre. Die Unmengen von Fans des Films stimmen Capote nicht zu.

Im November 1959 las Truman Capote in der New York Times einen Artikel über den Mord an der Clutter-Familie in Kansas. Das war der Ausgangspunkt für „Kaltblütig“ (1966), ein Projekt, das sechs Jahre seines Lebens beanspruchen sollte. Dies sind die Jahre, die im Mittelpunkt des Interesses von Autor Dan Futterman und Regisseur Bennett Miller für ihren Film CAPOTE stehen.

Nach den langen und intensiven Jahren, die die Arbeit an „Kaltblütig“ in Anspruch nahm, gab Capote am 28. November 1968 eine Party; eine der spektakulärsten in der Geschichte von New York: der Black and White Ball im Plaza Hotel. Abgehalten zu Ehren der Washington-Post-Verlegerin Katherine Graham, die damals die mächtigste Frau des gesamten Landes war, begann die Galafeier um zehn Uhr abends und dauerte bis zum Frühstück am nächsten Morgen. Etwa 500 der feinsten Persönlichkeiten, die im Land zu finden waren, waren eingeladen und hatten sich an einen präzisen Dresscode zu halten: Männer in Smoking und mit schwarzer Maske; die Frauen in schwarzweißen Kleidern, mit schwarzer Maske und einem Fächer. Die ultra-exklusive Feier sorgte weltweit für Schlagzeilen. „In gewisser Weise eine außerordentliche Angelegenheit“, sagte Truman später dazu. „Aber was mich anbetrifft, war es nur eine kleine Privatfeier und ging niemanden sonst etwas an.“

Während der Arbeit an „Kaltblütig“ begann Capote mit dem Trinken und nahm Tabletten. Es schien, als würde er seinen Fokus verlieren und seine Energien mehr auf das süße Leben als die hohe Kunst richten. Er kündigte den Titel seines nächsten Romans – „Answered Prayers“ – an und sagte, es würde einen Umfang haben, der eines Proust würdig sei. Aber als das erste Kapitel 1975 im Esquire abgedruckt wurde, löste die Veröffentlichung stürmische Proteste seiner reichen Freunde aus, die erbost darüber waren, sich selbst nur kaum kaschiert in den Zeilen wiederzuentdecken. Sie fühlten sich hintergangen und viele, darunter die Ehefrau des CBS-Vorsitzenden Bill Paley, Babe Paley, die Frau, die er von allen am meisten liebte, weigerten sich, ihm zu vergeben oder ihn zu sehen. Man verlieh ihm den Spitznamen „The Tiny Terror“ und brandmarkte ihn als gesellschaftlichen Außenseiter. Diese öffentliche Abstrafung beschleunigte seinen Abstieg in die Drogen- und Alkoholsucht.

Selbst seine Beziehung zu Jack Dunphy litt und Truman suchte Zuneigung bei einer Reihe nicht weiter bemerkenswerter Männer. All diese Beziehungen endeten tragisch. Und dennoch, trotz all der schlechten Erfahrungen, des Alkohols, der Drogen und seiner anhaltenden Depression, konnte er noch immer schreiben – und das wirklich gut. Seine letzte Veröffentlichung, eine Sammlung mit dem Titel „Musik für Chamäleons“ (1980), enthält Prosa, die jeden Schriftsteller neidisch machen würde.

Truman Capote starb in Los Angeles am 25. August 1984, einen Monat vor seinem 60. Geburtstag.

Eine Unterhaltung zwischen

Regisseur Bennett Miller und Drehbuchautor Dan Futterman

Bennett: Ich bin so froh, dass man uns um dieses Gespräch gebeten hat. Ich erinnere mich gerne an Dinge. Und es gibt so manches, über das wir niemals gesprochen haben. Zum Beispiel, wie du überhaupt dazu gekommen bist, das Drehbuch für CAPOTE zu schreiben. Gab es einen bestimmten Moment der Erleuchtung?

Dan: Es war ein langsamer Prozess. Das Thema beschäftigte mich schon eine ganze Weile: Die Frage, was ein Autor seinem Subjekt schuldet. Ein Subjekt, dessen Leben er aufblättert und auf dessen Geschichte er sich verlässt. Hast du jemals „The Journalist and the Murderer“ von Janet Malcolm gelesen?

Bennett: Nein.

Dan: Es ist ganz ähnlich. Joe McGinniss schrieb über Jeffrey MacDonald, einen verurteilten Mörder. MacDonald war sich sicher, dass sie eine großartige Freundschaft verband und das Buch dazu beitragen würde, ihn zu entlasten. Doch die ganze Zeit war McGinniss ausschließlich daran interessiert, MacDonald in die Pfanne zu hauen. MacDonald verklagte ihn und gewann.

Als ich „Kaltblütig“ in meinen frühen Dreißigern zum zweiten Mal las, fand ich, dass sich die Situationen durchaus miteinander vergleichen ließen. Vielleicht war es sogar das erste Mal, dass sich eine vergleichbare Situation abspielte und dass Capote eigentlich die spannendste Figur war – und gar nicht im Buch zu finden ist.

Dann las ich Gary Clarkes „Capote“ und spielte etwa vier Jahre lang mit dem Gedanken, daraus ein Drehbuch zu entwickeln, bevor ich dir überhaupt eine Outline vorlegte.

Bennett: Hat es wirklich so lange gedauert?

Dan: Vielleicht drei Jahre. Anya (Epstein, Futtermans Frau) überredete mich irgendwann, dass ich zumindest eine Outline zu Papier bringen sollte. Sie sagte mir, dass es absurd sei, wahllos einzelne Szenen auszuarbeiten, und dass mich das nirgendwohin führen würde. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt wurde es eine persönliche Herausforderung für mich, dem Material Herr zu werden. Zu versuchen, den Plot in der fünfjährigen Beziehung zwischen Truman Capote und Perry Smith zu finden. Und Anya wies mir einen ganz klaren Weg, wie ich dahin kommen könnte.

Bennett: Aber was war es, dass dich an dem Thema interessierte?

Dan: Ich weiß, dass mich die Tatsache sehr faszinierte – und das tut es immer noch –, dass ein Mensch zwei völlig gegensätzliche Motive für eine Handlung haben kann oder dafür, wie er einen anderen Menschen behandelt, wie das für Truman bei Perry der Fall war. Es ist ganz klar, dass er Perry brauchte, um seine Ambition zu erfüllen, etwas Bahnbrechendes, Lebensveränderndes zu schreiben. Und auf eine sehr komplizierte, absolut Truman-typische Weise liebte er Perry gleichzeitig. Das ist ein Desaster, das darauf wartet, in die Tat umgesetzt zu werden. Und natürlich ein spannendes Thema für einen Film.

Bennett: Das also steckt für dich im Kern der Geschichte?

Dan: Ja. Es war für mich anfangs eher ein Zufall, dass es sich dabei um eine Geschichte aus dem Leben von Truman Capote handelt. Langsam entwickelte sich das zu einem großen Bonus, weil Capote auf ganz vielfältige Weise hochinteressant ist.

Bennett: Da stimme ich dir sofort zu.

Dan: Was hat dann dein Interesse geweckt? Anfangs warst du ja nicht so sicher, ob du etwas mit dem Stoff zu tun haben wolltest.

Bennett: Mein Zögern beruhte auf den Schwierigkeiten, den Film tatsächlich funktionieren zu lassen. Mich schreckte die schiere Masse an Handlung ab. Es ist eine tolle Geschichte und ganz wunderbar geschrieben. Aber ich dachte, dass die narrativen Anforderungen den Film und seine tieferen Motive gefährden könnten. Es ist eine faszinierende Geschichte für die Leinwand, weil es in CAPOTE um einen Mann geht, dessen Erleben während des gesamten Films keine Ausdrucksform erhält. Er ist allein. Obwohl er so eine soziale und öffentliche Figur ist, ist seine Kernerfahrung, und um die geht es in dem Film, eine absolut private. An der Oberfläche erzählen wir diese komplizierte Geschichte eines Schriftstellers, der alle möglichen Dinge anstellt, um sein Meisterwerk schreiben zu können. Aber niemand ... und in gewisser Weise auch er selbst nicht ... versteht den von ihm eingeschlagenen Kurs und was er dabei durchmacht.

Natürlich war es so: Je mehr ich darüber nachdachte, umso reizvoller erschien mir die ganze Idee. Was Truman nicht sagt, ist fast genauso interessant wie das, was er sagt. Das Drehbuch war förmlich aufgeladen. Es ist mit einer so großen Zurückhaltung und Präzision geschrieben, dass mir diese Zurückhaltung die Gelegenheit gab, mich auf das Unausgesprochene zu konzentrieren. Was dabei herauskam, ist ein strenger Prosastil des Filmemachens.

Dan: Auf welche Weise?

Bennett: Der Stil ist dazu da, den Zuschauer zu sensibilisieren. Das Design, die Kamera, der Schnitt, die Musik sind gestaltet, um die sensibelsten Aspekte der Geschichte in den Fokus zu bringen, zu vergrößern. Die Schauspieler sollen dadurch stärker in den Vordergrund gerückt werden. Phil allein kam die Verantwortung zu, uns am inneren Zerfall von Truman teilhaben zu lassen. Er musste die Komplexitäten und verschiedenen Ebenen kommunizieren, deren Behandlung das Drehbuch klugerweise mit großer Zurückhaltung verweigert. Der Stil des Films diente dazu, Phil wie unter ein Mikroskop zu legen – er war es, dem dann die schwierigen Aufgaben zufielen. Für ihn gab es kein Netz oder doppelten Boden.

Dan: Ja, ja. Ich sollte vielleicht etwas zur Zurückhaltung sagen, denn dahinter steckt eigentlich keine erklärte Absicht. Mir fällt es in meinem Privatleben häufig schwer, direkt zu sagen, was ich wirklich meine. Ich schrecke vor expliziten Meinungsäußerungen zurück und gehe automatisch davon aus, dass es anderen Menschen nicht anders geht. Du hast auch erwähnt, dass Capote während der meisten Zeit allein ist. Das finde ich interessant, weil mir das nie aufgefallen ist. Diese Tatsache erlaubt es ihm aber, sich völlig unmöglich zu benehmen. Da ist niemand, der ihn regulieren könnte.

Die wenigen Male, in denen Jack oder Nelle – vor allem Nelle – ihn darauf hinweisen, wie er sich Perry gegenüber verhält, sind die wenigen Male, in denen Capote die Gelegenheit hat, in einen anderen Gang zu schalten. Und dann, ganz zum Schluss, sagt er zu Nelle, nachdem Perry aufgehängt wurde, dass er nichts hätte tun können, ihn zu retten. Nelle antwortet: „Vielleicht nicht. Aber die Wahrheit ist, dass du es nicht wolltest.“ Das ist es, wofür es meinerMeinung nach in diesem Film geht: die Reinheit der Absichten.

Bennett: Ich glaube, Truman hatte unglaubliche Talente und bewundernswerte Absichten, aber er war dazu bestimmt, sich als Resultat seines tragischen Makels selbst zu zerstören.

Dan: Was siehst du als seinen tragischen Makel?

Bennett: Gier. Aber nicht diese normale Art von Gier. Worum es ihm ging, war nicht so verkommen wie das Bedürfnis nach Geld oder Macht oder selbst Ruhm. Und: Er war ein Künstler. Wonach er verzweifelt gierte, war Lob, bedeutungsvolle Anerkennung – was übrigens auch für Perry gilt. Er wollte das so sehr, dass ihm überhaupt nicht auffiel, auf wem er herumtrampelte, um es zu bekommen.

Dan: Stimmt.

Bennett: Sein Begehren trübte sein Urteilsvermögen in einem Maß, dass ihm die Gefahr nicht einmal bewusst war, in die er sich bereitwillig begab. Er selbst sagte später, dass er sich nie von der Anstrengung, das Buch geschrieben zu haben, erholte. Was mir daran gefiel, wie sich die Geschichte entfaltet, ist der Moment, an dem er selbst zu begreifen beginnt, was das Vorgefallene bedeutet. Das ist, nachdem Perry ihn informiert, dass letztendlich seine Gebete beantwortet wurden, dass sie ihre letzte Anhörung verloren haben. Noch vor dem Coup de Grâce realisiert er, was vorgefallen ist. Truman traut sich danach beinahe nicht mehr, ihnen unter die Augen zu treten. Aber er tut es, weil er es muss. Und deshalb ist er zutiefst mitgenommen, als er ihrer Hinrichtung beiwohnt.

Dan: Mir gefällt, was du über seinen tragischen Makel erzählst. Ich würde sagen, das ist neben vielen anderen Dingen die eine große Sache, die du als Regisseur zum Drehbuch beigetragen hast. Als ich das Drehbuch schrieb, sah ich den Film in zwei Hälften. Die erste Hälfte geht bis zu dem Moment, in dem Perry auftaucht: Da geht es um Truman, den Salonlöwen, den Mittelpunkt jeder Party. Nach Perrys Ankunft ändert sich alles für Truman. Man hat den Eindruck, dass Trumans Reise, nachdem er den Zug nach Kansas besteigt, etwas Vorbestimmtes, Schicksalhaftes hat.

Bennett: Da hast du Recht.

Dan: Ich schreibe es dir zu, Bennett, dass du uns gleich von Beginn des Films an wissen lässt, dass es sich bei der Geschichte um eine Tragödie handelt. Das setzt sich während der gesamten Laufzeit mit Hilfe der Musik, dem Schnitt, mit allem fort.

Bennett: Ich glaube, dass Truman die Geschichte so erlebt hat, wie du sie siehst: als etwas, das ihm widerfahren ist und ihn für immer verändert hat. Du kennst doch dieses Zitat von Heraklit? So etwas in der Art von: „Dein Charakter ist dein Schicksal.“ Ich glaube fest daran. Was mir an Gary Clarkes Biographie das Herz bricht, ist das Gefühl, dass Trumans Untergang unvermeidlich ist. Jenseits all seines Strebens und all seiner Erfolge war es Truman vorbestimmt, auf die eine oder andere Weise, dass er das bekommt, wonach er sucht – und sich dabei selbst zerstört. Da kommt wieder die Idee der beantworteten Gebete ins Spiel.

Dan: Exakt. Gary Clarke identifiziert das als ein Ereignis – dieses Ereignis, dass Truman alles bekommt, was er sich immer gewünscht hat, ist der Beginn seines Niedergangs. Das fand ich von Anfang an so spannend an der Geschichte.

Bennett: Nicht lange, nachdem „Kaltblütig“ veröffentlicht wurde, versuchte Truman einem Journalisten die „intensive Beziehung“, die er mit Perry hatte, „als etwas, das mit seiner ,totalen Einsamkeit‘ und meinen Gefühlen des Mitleids und sogar der Zuneigung für ihn zu tun hat“ zu beschreiben. Ich glaube, das meinte er aufrichtig. Er und Perry waren sich im Grunde ihres Herzens trotz ihrer konträren äußeren Realitäten auf profunde Weise ähnlich. Truman verstand diese „totale Einsamkeit“. Was Truman dem Journalisten gegenüber nicht erwähnt, ist, dass er sich Perrys Tod wünschte. Das Bedürfnis, ihn hängen zu sehen, machte ihn regelrecht krank. Nicht, weil er nicht für ihn fühlte, sondern weil er das Buch beenden wollte. Das ist aus Trumans Sicht der andere Aspekt der beantworteten Gebete.

Die realen Figuren, die im Film auftreten

 

NELLE HARPER LEE

Nelle Harper Lee war eine Nachfahrin des Zivilkriegs-Generals Robert E. Lee. 1960 gewann sie den Pulitzer Preis für ihren Roman „Wer die Nachtigall stört“, ihr erster und einziger Roman. Das gefeierte Buch enthält ein Porträt ihres Kindheitsfreunds Truman Capote: Er ist als die Figur Dill dargestellt. „Wer die Nachtigall stört“ wurde 1962 höchst erfolgreich mit Gregory Peck verfilmt. Der Film wurde für acht Academy Awards® nominiert und gewann drei Statuen, u.a. für Gregory Peck als Besten Hauptdarsteller. Lee ging in Alabama und Oxford aufs College. Danach zog sie nach New York City, wo sie als Fluglinien-Angestellte arbeitete, bevor sie sich ab Ende der 50er Jahre dem Schreiben zuwandte. 1959 zog Lee nach Holcombe, Kansas, um für Capote als Recherche-Assistentin an „Kaltblütig“ zu arbeiten. Kurz nach der Veröffentlichung des Buchs kam es zum Streit zwischen Lee und Capote. Die nächsten 15 Jahre bis zu seinem Tod, heißt es, sahen sich die beiden nie wieder. Nach „Wer die Nachtigall stört“ kehrte Lee in ihre Heimatstadt Monroeville zurück und veröffentlichte nur noch einige kurze Essays. Allerdings halten sich die Gerüchte, dass sie an ihren Memoiren arbeitet.

ALVIN DEWEY JR.

Alvin Dewey Jr. wurde 1912 geboren. Er war der Agent des Kansas Bureau of Investigations, der die Ermittlungen des Mordfalls leitete, und ein enger Freund der Clutter-Familie. Obwohl viele Polizeibeamte dem Team, das den Fall bearbeitete, angehörten, machte Capote Dewey zum Helden von „Kaltblütig“. Dewey selbst fand,, dass er im Buch „überlebensgroß und besser als im wahren Leben“ rüberkam. Aber das Verbrechen wurde in seiner Heimatstadt verübt und er war mit der Koordination der Nachforschungen betraut. Dewey ermöglichte Capote den Zugang zu einer gewaltigen Menge an Information, darunter Einträge in Nancy Clutters Tagebuch. Die Dewey-Familie blieb lange Jahre in Kontakt mit Truman und war bei seinem Begräbnis anwesend. Dewey arbeitete außerdem für die Kansas Highway Patrol, das FBI und war Finney County Sheriff, bevor er 1955 zum FBI kam. Der Stress des Clutter-Falls forderte seinen Tribut: Dewey hatte im Februar 1963 einen Herzanfall. 1975 setzte er sich zur Ruhe. Er starb 1987.

PERRY SMITH

Perry Edward Smith wurde am 27. Oktober 1928 in Huntington, Elko County, Nevada geboren. Sein irischer Vater und seine Cherokee-Mutter arbeiteten beim Rodeo als „Tex & Flo“. Als sie ihre Karriere beendeten, ging auch die Ehe in die Brüche, als Flo mit dem Trinken begann und sich mit anderen Männern einließ. Mit ihren vier Kindern zog sie nach San Francisco. Nach ihrem Tod wurden die Kinder in Waisenheime geschickt. Als er 16 Jahre alt war, trat Perry Smith der Handelsmarine und später der Army bei und leistete seinen Dienst in Japan und Korea. Später versuchte er sich als Schürfer und – mit seinem Vater – als Jäger in Alaska. Er war empfindlich, was seine beinahe nicht vorhandene Schulausbildung anbetraf – er war nicht weiter als bis zur dritten Klasse gekommen. Also entwickelte er eine Besessenheit, was die Verbesserung seines Wissenstands anbetraf. Er brachte sich das Malen und das Gitarrenspiel bei und arbeitete bei jeder Gelegenheit an seinem Vokabular. Ein schwerer Motorradunfall machte ihn 1952 zum Krüppel. Kurz darauf musste er wegen eines Einbruchs in Philipsburg, Kansas, seine erste Gefängnisstrafe absitzen. Nach seiner Entlassung schloss er sich mit Dick Hickock zusammen, den er in der Kansas State Penitentiary kennen gelernt hatte. Mit Ausnahme seiner Schwester Barbara starb jedes seiner Familienmitglieder früh, darunter seine Mutter Flo (Alkoholismus), sein Bruder James (Selbstmord) und seine Schwester Joy (fiel – oder sprang – aus einem Fenster).

RICHARD „DICK“ HICKOCK

Richard Eugene Hickock wurde am 6. Juni 1931 geboren. Er wuchs in Kansas City und Umgebung mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Walter auf. Er war ein beliebter Schüler und Athlet, bevor ihn Kopfverletzungen bei einem schweren Autounfall entstellten – seine Augen waren danach unterschiedlich hoch angelegt. Wie Capote schrieb, sah sein Kopf aus, als sei er „halbiert worden wie ein Apfel und dann leicht versetzt wieder zusammengesetzt worden“. Obwohl er das College besuchen wollte, konnten es sich seine Eltern nicht leisten, also wurde er Mechaniker. Er heiratete zwei Mal und ließ sich ebenso oft scheiden. Er hatte mehrere Kinder und lebte schon bald weit über seine Verhältnisse. Er ließ Schecks platzen und leistete sich andere leichte Verbrechen, um ans Geld zum Überleben zu kommen. Schließlich landete er im Gefängnis, wo er Perry Smith traf.

JACK DUNPHY

Jack Dunphy wurde in einem Arbeiterviertel in Philadelphia geboren. Seine Karriere begann er als Tänzer. Er war einer der Cowboys in der originalen Broadway-Produktion von „Oklahoma!“. Als er Truman Capote 1948 kennen lernte, hatte er den wohlwollend aufgenommenen Roman „John Fury“ veröffentlicht und musste sich von einer schmerzhaften Scheidung von dem Musical-Star Joan McCracken erholen. Dunphy war zehn Jahre älter als Capote und war in vielerlei Hinsicht dessen exaktes Gegenteil: Während Truman vor allem in Gegenwart anderer Menschen aufblühte, zog Dunphy die Einsamkeit vor. Obwohl sie sich im Laufe der Jahre mehr und mehr auseinander lebten, blieben sie bis zum Ende ein Paar. Zu Dunphys weiteren Büchern zählen „Friends and Vague Lovers“, „Nightmovers“, „An Honest Woman“, „First Wine“ und „The Murderous McLaughlins“ sowie die Stücke „Light a Penny Candle“, „Café Moon“ und „Too Close for Comfort“. Obwohl die Kritiken für seine Arbeiten stets positiv waren, konnte er nie einen Bestseller landen. 1987 veröffentlichte er „Dear Genius: A Memoir of My Life with Truman Capote“.

WILLIAM SHAWN

William Shawn wurde 1907 als William Chon geboren. Während seiner 35 Jahre als Herausgeber von The New Yorker (1952–1987) galt er als meist gefeierter Chefredakteur des 20. Jahrhunderts. Er war bekannt für seinen Geschmack, seine strenge Detailversessenheit und Liebe für Stil und Wahrheit. Ebenso berühmt war er für seine stille, übertrieben bescheidene Art. Während seiner Zeit bei dem Magazin arbeitete er mit Autoren wie Truman Capote, J.D. Salinger, Philip Roth, S.J. Perelman, Ved Mehta, Harold Brodkey, E.B. White, Hannah Arendt, Edmund Wilson, Milan Kundera, Donald Barthelme, Janet Flanner, Peter Handke und Jamaica Kincaid, um nur einige wenige zu nennen. Shawn und seine Frau Cecille, mit der er 63 Jahre lang verheiratet war, hatten zwei Söhne, den Schauspieler Wallace Shawn und den Komponisten Allen Shawn. Außerdem adoptierte er einen Sohn mit seiner Geliebten, der Schriftstellerin Lillian Ross. Shawn starb 1992.

MARIE DEWEY

Marie Dewey wurde in New Orleans geboren und war begeistert, als sie herausfand, dass auch Truman Capote dort zur Welt gekommen war. Ihr Bestreben, einen Gast willkommen zu heißen, dem sie Gumbo, ein Eintopfgericht aus der kreolischen Küche, kredenzen konnte, ermöglichte es Truman und Nelle überhaupt erst, bei den Deweys eingeladen zu werden. „Truman hält uns für echte, aufrichtige Menschen“, erzählte sie der Kansas City Times. „Er mag uns so, wie wir sind. Er lernte uns im Laufe der Jahre gut kennen und mochte uns sehr.“ Capote selbst sagte, dass er die beiden Söhne der Deweys so empfand, als seien sie seine eigenen Neffen. In seinen Briefen ermutigte er den jüngeren, Alvin, sich als Schriftsteller zu versuchen.

Über die Besetzung

 

PHILIP SEYMOUR HOFFMAN (Truman Capote)

PHILIP SEYMOUR HOFFMAN sah man zuletzt in dem HBO-Film „Empire Falls“ mit Paul Newman, Joanne Woodward und Robin Wright Penn. Gegenwärtig steht er mit Tom Cruise in Mission Impossible III (2006) vor der Kamera.

Hoffman erhielt zahlreiche Preise und Nominierungen für seine Arbeit als Schauspieler. Dazu zählen zwei Tony- und Drama-Desk-Nominierungen als Bester Schauspieler für seine Leistungen in den Revivals von Sam Shepards „True West“ (2000, der außerdem einen Outer Critics Circle Award gewann) und „Long Day’s Journey Into the Night“ (2003). Das National Board of Review ernannte ihn 1999 für seine Rollen in Magnolia (Magnolia) und The Talented Mr. Ripley (Der talentierte Mr. Ripley) zum besten Nebendarsteller. Das NBR prämierte ihn auch als Ensemblemitglied der Filme Happiness (Happiness, 1998), Magnolia und State and Main (State and Main, 2000). Die Screen Actors Guild ehrte Hoffman mit Nominierungen für Flawless (Makellos, 1999) und als Ensemblemitglied von Boogie Nights (Boogie Nights, 1997), Magnolia und Almost Famous (Almost Famous – Fast berühmt, 2000). Zudem gab es eine Nominierung als bester Nebendarsteller bei den Independent Spirit Awards für Happiness.

Hoffman wurde in Fairport, New York, geboren. Er kennt CAPOTE-Regisseur Bennett Miller und Drehbuchautor Dan Futterman seit 1984, als sie sich bei einem Sommertheater-Programm in Saratoga Springs, New York, kennen lernten.

Nach seinem BFA in Drama an der New York University im Jahr 1999 begann Hoffman mit Auftritten auf der Bühne und ersten Nebenrollen in Independentfilmen und Hollywood-Produktionen. Mit Hard Eight (Last Exit Reno, 1996) begann seine höchst fruchtbare Zusammenarbeit mit Regisseur Paul Thomas Anderson, mit dem er an all seinen folgenden Filmen – Boogie Nights (Boogie Nights, 1997), Magnolia (Magnolia, 1999) und Punch-Drunk Love (Punch-Drunk Love, 2002) – zusammenarbeitete.

Weitere wichtige Filmarbeiten Hoffmans umfassen Scent of a Woman (Der Duft der Frauen, 1992), Nobody’s Fool (Nobody’s Fool, 1994), Twister (Twister, 1996), The Big Lebowski (The Big Lebowski, 1998), Patch Adams (Patch Adams, 1998), Love Liza (Love Liza, 2002), der von seinem Bruder Gordy Hoffman geschrieben wurde, Red Dragon (Red Dragon, 2002), 25th Hour (25 Stunden, 2002), Owning Mahowny (Owning Mahowny, 2003), Cold Mountain (Unterwegs nach Cold Mountain, 2003), Along Came Polly (... und dann kam Polly, 2004) und die Polit-Doku „The Party’s Over“.

Auf der Bühne sah man Philip Seymour Hoffman in „The Seagull“, „Defying Gravity“, „Shopping and Fucking“ und „The Author’s Voice“ (Drama Dept., Nominierung Drama Desk). Er ist Mitglied und künstlerischer Ko-Direktor der LAbyrinth Theater Company, wo er jüngst „The Last Days of Judas Iscariot“, „In Arabia We’d All Be Kings“ und „Jesus Hopped the ‚A‘ Train“ inszenierte. Seine Produktion des letztgenannten Stücks kam obendrein Off-Broadway, beim Edinburgh Festival (Fringe First Award), am Londoner Donmar Warehouse und schließlich am Arts Theatre im Londoner West End zur Aufführung.

Des Weiteren inszenierte er Off-Broadway „Our Lady of 121st Street“ am Union Square Theatre (Nominierungen: Lucille Lortel und Drama Desk) und „The Glory of Living“ am MCC Theatre.

CATHERINE KEENER (Nelle Harper Lee)

CATHERINE KEENER erhielt eine Oscar®-Nominierung als Beste Nebendarstellerin für ihre Leistung in Spike Jonzes Being John Malkovich (Being John Malkovich, 1999) und eine Nominierung als Beste Darstellerin bei den Independent Spirit Awards für ihren Auftritt in Nicole Holofceners Lovely & Amazing (2000). Mit Jonze arbeitete sie außerdem an Adaptation (Adaption, 2002), in dem sie einen Gastaufritt als sie selbst hat, und mit Holofcener an Walking and Talking (2003) und Friends With Money (2006). Außerdem stand Keener viermal für Regisseur Tom DiCillo vor der Kamera: in Johnny Suede (Johnny Suede, 1992), Living in Oblivion (Living in Oblivion – Total abgedreht, 1995), Box of Moonlight (Box of Moonlight, 1996) und The Real Blonde (Echt blond, 1997). Für Steven Soderbergh spielte sie in Full Frontal (Voll frontal, 2003) und Out of Sight (Out of Sight, 1998).

Catherine Keener wurde in Miami geboren und wuchs in Hialeah in Florida auf, wo sie die katholische Highschool besuchte. Sie graduierte 1983 vom Wheaton College in Norton, Minnesota, und begann ein paar Jahre später mit ersten Auftritten in Filmen. Zu ihren weiteren wichtigen Rollen zählen The Interpreter (Die Dolmetscherin, 2005), The Ballad of Jack and Rose (2005), Simpatico (Simpatico, 1999), S1m0ne (S1m0ne, 2002), Death to Smoochy (Tötet Smoochy, 2002) und Your Freinds and Neighbors (1998). Zuletzt sah man sie in der Erfolgskomödie The 40 Year-Old Virgin (Jungfrau (40), männlich, sucht..., 2005).

Im Fernsehen gehörte Keener zum Ensemble der erfolgreichen HBO-Anthologie „If These Walls Could Talk“ und sie hatte einen denkwürdigen Gastauftritt in der „Seinfeld“-Episode „The Letter“, in der sie die Künstlerin spielte, die Kramer porträtierte. Auf der Bühne spielte sie 2003 an der Seite von Edward Norton für die Signature Theatre Company im Broadway-Revival von Lanford Wilsons „Burn This“.

CHRIS COOPER (Alvin Dewey)

CHRIS COOPER gewann 2003 einen Oscar® als Bester Nebendarsteller für Spike Jonzes Adaptation (Adaption, 2002). Außerdem gewann er dafür einen Golden Globe, eine Auszeichnung des National Board of Review sowie Nominierungen von der SAG und BAFTA. Von der Screen Actors Guild erhielt er im Verlauf seiner Karriere fünf Nominierungen – als Bester Nebendarsteller für Adaptation, American Beauty (American Beauty, 1999) und Seabiscuit (Seabiscuit, 2003) und als Bester Ensembledarsteller in Adaptation und Seabiscuit. Einen Preis der SAG erhielt er für seine Ensembleleistung in American Beauty.

Zu seinen weiteren jüngeren Leinwandauftritten zählen The Bourne Identity (Die Bourne Identität, 2001), The Bourne Supremacy (Die Bourne Verschwörung, 2004), The Patriot (Mel Gibson – Der Patriot, 2000), Me, Myself and Irene (Ich beide und sie, 2000), October Sky (October Sky, 1999), Guilty by Suspicion (Schuldig bei Verdacht, 1991) und The Horse Whisperer (Der Pferdeflüsterer, 1998). Sein Filmdebüt hatte Chris Cooper in John Sayles’ Matewan (Matewan, 1987) gegeben. Danach stand er für den Regisseur noch in City of Hope (Stadt der Hoffnung, 1992), Lone Star (Lone Star, 1996), wofür er eine Nominierung für einen Independent Spirit Award erhielt, und zuletzt Silver City (2004) vor der Kamera. Cooper spielte überdies in einer Reihe von TV-Miniserien wie „Lonesome Dove“ und „Return to Lonesome Dove“. Einen Emmy gewann für seine Rolle in „My House in Umbria“. Er wurde in Kansas City, Missouri, geboren und studierte an der Missouri School of Drama. Aktuell sieht man Chris Cooper in dem neuen Film des American Beauty-Regisseurs Sam Mendes, Jarhead (Jarhead, 2005).

CLIFTON COLLINS JR. (Perry Smith)

CLIFTON COLLINS JR. kann auf Rollen in mehr als 40 Filmen verweisen, seitdem er 1991 sein Debüt in Grand Canyon (Grand Canyon) gab. Seine weiteren Kinoarbeiten umfassen Traffic (Traffic – Die Macht des Kartells, 2000), The Rules of Attraction (Die Regeln des Spiels, 2002), The Last Castle (Die letzte Festung, 2001), Tigerland (Tigerland, 2000) und Mindhunters (Mindhunters, 2003). Unlängst spielte Collins in der Independent-Produktion Rampage (2006) einen weiteren berüchtigten Mörder: den „Hillside Strangler“ Kenneth Bianchi. Mit Samuel L. Jackson und Ice-T lieh er dem sensationell erfolgreichen Videospiel „Grand Theft Auto: San Andreas“ seine Stimme. Zudem produzierte er zwei unabhängige Produktionen: Tom 51 (2005) und TV: The Movie (2006). Seine Fernseharbeiten umfassen „Alias“, „The Twilight Zone“, „Resurrection Blvd.“ und E.R.“.

BRUCE GREENWOOD (Jack Dunphy)

BRUCE GREENWOOD erregte Aufsehen für seine Darstellung von John F. Kennedy in Thirteen Days (13 Days, 2000) über die Kubakrise im Jahr 1962. Dreimal arbeitete er für Regisseur Atom Egoyan: in Exotica (Exotica, 1994), The Sweet Hereafter (Das süße Jenseits, 1997) und Ararat (Ararat, 2003). Zu seinen weiteren Filmen zählen I, Robot (I, Robot, 2004), Being Julia (Being Julia, 2004), The Core (The Core – Der innere Kern, 2003) und Rules of Engagement (Rules – Sekunden der Entscheidung, 2000). Im Fernsehen spielte Greenwood in „St. Elsewhere“ und „The Larry Sanders Show“ und er gehörte zur Besetzung der Serie „Nowhere Man“. Zudem sah man ihn in den Miniserien „Mountain Men“, „Woman on Trial“, „Love Can Build a Bridge“, „It’s a Girl Thing“, „Haven“ und „Magnificent Ambersons“ sowie einer Reihe von Filmen der Woche wie „The Riverman“. Greenwood wurde in Noranda, Quebec, Kanada, geboren und ging in Zürich zur Schule. Später wuchs er in Vancouver auf. Er studierte an der University of British Columbia und der American Academy of Dramatic Arts.

BOB BALABAN (William Shawn)

BOB BALABAN hat sich einen Namen als versierter Schauspieler, Autor und Produzent gemacht. Er hatte die Ausgangsidee für Robert Altmans Gosford Park (Gosford Park, 2001), der sieben Oscar®-Nominierungen erhielt und bei dem er zudem als Produzent und Darsteller auftrat. Zudem ist er nicht aus Christopher Guests Komödien Waiting for Guffman (Wenn Guffman kommt, 1996), Best in Show (Best in Show, 2000) und A Mighty Wind (2003) wegzudenken. Nach kleinen Rollen in Midnight Cowboy (Asphalt-Cowboy, 1969) und Catch-22 (Catch-22, 1970) fiel er zuerst in Close Encounters of the Third Kind (Unheimliche Begegnung der dritten Art, 1977) auf (über die Dreherfahrung schrieb er ein Buch). Danach sah man Balaban in Altered States (Der Höllentrip, 1980), Prince of the City (Prince of the City, 1981), Absence of Malice (Die Sensationsreporterin, 1981), 2010 (2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen, 1984), Alice (Alice, 1990), City Slickers II: The Legend of Curly’s Gold (Die goldenen Jungs, 1994), Deconstructing Harry (Harry außer sich, 1997), Jakob the Liar (Jakob der Lügner, 1999), Ghost World (Ghost World, 2000) und Marie and Bruce (2004). Er war in zahlreichen Fernsehserien zu sehen, aber fiel wohl am meisten auf als Chef von NBC in mehreren Folgen von „Seinfeld“.

Sein Regiedebüt gab Bob Balaban 1989 mit Parents (Pfui Teufel! – Daddy ist ein Kannibale). Darauf folgten My Boyfriend’s Back (Mein Freund, der Zombie, 1993) und The Last Good Time (1994). Im Fernsehen inszenierte er Folgen von „Oz“, „SUBWAYStories“, „Strangers With Candy“, „Dead Last“ und „The Twilight Zone“ sowie den TV-Film „The Exonerated“, der auf dem gleichnamigen Stück basiert, das er unlängst in New York zur Aufführung brachte.

AMY RYAN (Marie Dewey)

AMY RYAN sicherte sich jüngst eine Tony-Nominierung sowie einen Outer Critics Circle Award für ihre Darstellung der Stella in der Broadway-Produktion von „A Streetcar Named Desire“ mit Natasha Richardson und John C. Reilly. Davor hatte sie bereits eine Tony-Nominierung für ihre Rolle in „Uncle Vanya“ erhalten. Sie gab ihr Broadway-Debüt 1993 mit „The Sisters Rosenzweig“ und spielte danach in „The Three Sisters“ und „The Women“. Off-Broadway spielte Ryan in „On the Mountain“, „The Distance From Here“, „Crimes of the Heart“ und „Saved“. Ihre Filmrollen umfassen War of the Worlds (Krieg der Welten, 2005), Keane (2004), Storyteller (1998) und You Can Count on Me (You Can Count on Me, 2000). In Kürze ist sie in Albert Brooks’ neuer Komödie Looking for Comedy in the Muslim World (2005) zu sehen.

In der vielgelobten HBO-Serie „The Wire“ spielt Amy Ryan gegenwärtig die Rolle der Baltimore-Polizistin Beadie Russell. Zu ihren weiteren Fernseharbeiten zählen „Third Watch“, „Hack“, „Baseball Wives“, „100 Centre Street“, „Law and Order: SVU“ und „Homicide“.

MARK PELLEGRINO (Dick Hickock)

MARK PELLEGRINO hatte Kinorollen in National Treasure (Das Vermächtnis der Tempelritter, 2004), Spartan (2004), The Hunted (Die Stunde des Jägers, 2003), Mulholland Drive (Mulholland Drive, 2001), in dem er den Killer Joe Messing spielte, The Big Lebowski (The Big Lebowski, 1998) und Lethal Weapon 3 (Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück, 1992). Im Fernsehen spielte er in „The Practice“, „Thieves“, „The Beast“, „NYPD Blue“, „E.R.“ und „Northern Exposure“.

Pellegrino unterrichtet Schauspiel am Playhouse West in North Hollywood, das von seinem Kollegen Jeff Goldblum gegründet wurde. Im Playhouse West spielte er in Stücken wie „The Exonerated“, „9-11“, „Minor Holiday“, „Lou Gehrig Didn’t Die of Cancer“ und „Of Mice and Men“.

Über die Filmemacher

BENNETT MILLER (Regie)

BENNETT MILLER drehte 1998 das beeindruckende Dokumentarporträt „The Cruise“ über den New Yorker Tourguide Timothy „Speed“ Levitch. Der Film sicherte sich beachtliches Kritikerlob und bemerkenswerte Auszeichnungen, darunter der Hauptpreis beim Internationalen Forum der Berlinale und einen Emmy Award. Der Film wurde in den USA im Kino von Artisan Pictures ausgewertet und wird auf DVD bei Lions Gate Films erscheinen.

Miller lernte den CAPOTE-Drehbuchautor Dan Futterman im Alter von zwölf Jahren kennen und ist mittlerweile seit mehr als 25 Jahren mit ihm befreundet. Miller und Futterman lernten Philip Seymour Hoffman 1984 beim Besuch eines Sommertheater-Programms in Saratoga Springs, New York, kennen.

Miller ist ein versierter Regisseur von Werbespots fürs Fernsehen. Gegenwärtig befindet er sich in der Postproduktion seines zweiten Dokumentarfilms.

DAN FUTTERMAN (Drehbuch, Ausführende Produktion)

DAN FUTTERMAN gibt mit CAPOTE sein Debüt als Drehbuchautor. Als Schauspieler kennt man ihn aus Filmen wie The Birdcage (Birdcage – Ein Paradies für schräge Vögel, 1996), Enough (Genug, 2002) und Urbania (2000), der beim Sundance Film Festival gezeigt wurde und ihm beim Seattle Film Festival eine Auszeichnung als bester Schauspieler einbrachte.

Auf der Bühne sah man Futterman in zahlreichen Produktionen. Dazu gehören „Angels in America“, „The Lights“, „A Fair Country“ und „Dealer’s Choice“. Im Fernsehen hatte er einen festen Part in der CBS-Serie „Judging Amy“ und er spielte in mehreren Folgen der Sitcom „Will and Grace“. Gastauftritte hatte er in „Sex and the City“ und „Homicide: Life on the Streets“, wo er am Set seine zukünftige Ehefrau Anya Epstein kennen lernte, eine Autorin und Produzentin der Show. Sie stand ihm während seiner Arbeit an CAPOTE mit Ratschlägen und seelischer Unterstützung zur Seite. Als er es fertig gestellt hatte, schickte er es seinen langjährigen Freunden Bennett Miller und Philip Seymour Hoffman zu.

Anya und Dan haben im Jahr 2000 geheiratet und leben gemeinsam mit ihrer vierjährigen Tochter in Los Angeles. Zusammen haben sie die romantische Komödie Finn at the Blue Line geschrieben, die sie mit Debra Messing entwickeln.

PHILIP SEYMOUR HOFFMAN (Ausführende Produktion)

PHILIP SEYMOUR HOFFMAN ist der Gründer und Vorsitzende von Cooper’s Town Productions. Er ist froh, dass die erste Produktion von Cooper’s Town ein Stoff ist, den er mit Dan Futterman und Bennett Miller, die er seit 1984 bewundert, entwickelt hat.

GERALD CLARKE (Buchvorlage)

GERALD CLARKE ist Autor von „Capote“, der vielfach gelobten Biographie über Truman Capote. Das Buch gilt als Bibel für jeden, der sich auch nur annähernd ernsthaft für den Schriftsteller interessiert. Es umfasst 547 Seiten und entstand nach 13-jährigen Recherchearbeiten, darunter ein Jahrzehnt aus Gesprächen mit Capote selbst. „Capote“ wurde 1988 bei Simon & Schuster verlegt und wurde 13 Wochen lang in der Bestsellerliste der New York Times geführt – ein Rekord für eine literarische Biographie.

Clarke wurde in Los Angeles geboren und graduierte an der Yale University mit Hauptfach Englisch. Nach Yale reiste und studierte er ein Jahr lang durch Europa, danach verbrachte er ein weiteres Jahr an der Harvard Law School. Bald war ihm klar, dass Jura nicht das Richtige für ihn war (und umgekehrt). Also wandte er sich dem Journalismus zu. Er arbeitete als Reporter für den New Haven Journal Courier und die Baltimore Sun und später als Autor für Time. Bei Time schrieb er über jedes erdenkliche Thema, von amerikanischer und Weltpolitik zu Showgeschäft und Fernsehen. Als seine Spezialität erwiesen sich Profile und er interviewte Menschen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Zu der Liste zählen Mae West, Daniel Patrick Moynihan, Elizabeth Taylor, Joseph Campbell, Rex Harrison, John Gielgud, Laurence Olivier, Claudette Colbert, Marshall McLuhan, Alfred Hitchcock und George Lucas.

Clarke schrieb auch für andere Publikationen wie z.B. den TV Guide zu Architectural Digest, für das er immer noch Beiträge verfasst. Seine Serie über Schriftsteller in Esquire und Atlantic – Gore Vidal, Vladimir Nabokov, P.G. Wodehouse, Allen Ginsberg und Truman Capote – führte schließlich zu seiner Biographie über Capote.

„Get Happy“, Clarkes Biographie über Judy Garland, wurde von Random House im Jahr 2000 veröffentlicht. Auch dieses Buch erhielt begeisterte Besprechungen und landete auf der Bestsellerliste der New York Times. Unlängst editierte Clarke eine Sammlung von Truman Capotes Briefen, „Too Brief a Treat“, die von Random House 2004 verlegt wurde.

Gegenwärtig arbeitet Clarke an seinem ersten Roman, der zum Teil auf einer wahren Geschichte über Mord und Terror im Mittleren Westen der USA basiert.

CAROLINE BARON (Produktion)

CAROLINE BARON produzierte Mira Nairs Hit Monsoon Wedding (Monsoon Wedding, 2001), der bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde und weltweit zahlreiche weitere Preise erhielt. Seitdem sie ihre Karriere 1983 als Herstellungsleiterin bei der Troma-Produktion The Toxic Avenger (Atomic Hero) begann, war Baron Ko-Produzentin von Filmen wie Center Stage (Center Stage, 2000), Flawless (Makellos, 1999), Addicted to Love (In Sachen Liebe, 1998), Nairs Kama Sutra (Kama Sutra, 1996) und The Santa Clause (Santa Clause – Eine schöne Bescherung, 1994). Mit Robert De Niro und Jane Rosenthal produzierte sie die Miniserie „Witness to the Mob“. Überdies war sie assoziierte Produzentin bei der Emmy-prämierten Serie „The Wonder Years“.

Baron produzierte CAPOTE mit ihrer neuen Produktionsfirma A-Line Pictures, die sie mit ihrem Ehemann und Produktionspartner Anthony Weintraub gegründet hatte. A-Line entwickelt gegenwärtig Filmfassungen von zwei Romanen von Ann Patchett, „Bel Canto“ mit der Recorded Picture Company und „The Magician’s Assistant“. Baron ist weiterhin Gründerin von FilmAid International, einen Non-Profit-Organisation, die Film und Video einsetzt, um Flüchtlinge zu unterrichten und zu inspirieren. Sie lebt mit ihrem Ehemann Anthony und Sohn Asher in New York City.

WILLIAM VINCE (Produktion)

WILLIAM VINCE, eine Ko-Partner bei Infinity Media, Inc., hat mehr als 40 Filme produziert, darunter die hochgradig erfolgreiche Air Bud-Serie, die mit dem Original im Jahr 1997 ihren Anfang nahm. Er begann seine 18 Jahre umfassende Karriere im Completion-Bond-Geschäft und erarbeitete sich in dieser Zeit ein umfassendes technisches Wissen und Expertise in allen Bereichen des Spielfilm-Managements. Gegenwärtig überwacht Vince alle Phasen der Filmproduktion von der Drehbuch-Entwicklung zur Finanzierung, von der Vor- bis hin zur Postproduktion. Kürzlich war er der Produzent der Filme Saved! (Saved – Die Highschool-Missionarinnen, 2004) und The Snow Walker (2003). Seine neuesten Arbeiten sind Just Friends (2005) und Ripley Under Ground (2005) mit Barry Pepper, Tom Wilkinson und Willem Dafoe.

MICHAEL OHOVEN (Produktion)

MICHAEL OHOVEN ist Vorstandsvorsitzender von Infinity Media, Inc., einer internationalen Firma für Filmproduktion und -finanzierung, die ihren Sitz in Düsseldorf, Vancouver und Los Angeles hat. Geboren und aufgewachsen in Deutschland lernte Ohoven sein Handwerk bei der angesehenen Commerzbank. Er stieß danach zur International-Corporate-Affairs-Division von RTL Television, Europas größtem Privatsender. 2000 verließ Ohoven die Company, um Infinity Media ins Leben zu rufen. Die Company stellte in den ersten vier Jahren ihrer Existenz 17 Filme her. Dazu gehören Frailty (Dämonisch, 2001), Quicksand (Quicksand – Gefangen im Treibsand, 2001), Dead Heat (Dead Heat – Tödliches Rennen, 2002), Liberty Stands Still (Liberty Stands Still – Im Visier des Mörders, 2002), Evelyn (Evelyn, 2002), Confidence (Confidence, 2003), The Human Stain (Der menschliche Makel, 2003), The Snow Walker (2003), The Final Cut (2004), The Devil’s Rejects (The Devil’s Rejects, 2005), Ripley Under Ground (2005), The Woods (2005), The Cave (2005), Wannabe (2006), Saved! (Saved – Die Highschool-Missionarinnen, 2004) und Just Friends (2005).

KERRY ROCK (Ausführende Produktion)

KERRY ROCK ist Vice President of Acquisitions von Infinity Media Inc. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehören Entwicklung, Besetzung und Produktion. Sie war ausführende Ko-Produzentin von Saved! (Saved – Die Highschool-Missionarinnen, 2004). Nach dem Abschluss der NYU zog sie nach Los Angeles, um für Roger Cormans New World Pictures zu arbeiten. Darauf folgte eine Anstellung als Produktionsmanagerin bei Orion Pictures, wo sie die Herstellung von Filmen wie Hoosiers (Freiwurf, 1986) und Absolute Beginners (Absolute Beginner, 1986) überwachte. Danach erhielt sie die Aufgabe, den amerikanischen Produktionsarm der in Großbritannien ansässigen Palace Productions in Los Angeles zu leiten. Während ihrer Zeit bei der Firma wurden herausragende Filme wie Mona Lisa (Mona Lisa, 1986) und The Crying Game (Crying Game, 1992) hergestellt. Außerdem war Rock Produzentin von drei Palace-Filmen: Shag (Shag – More Dancing, 1989), A Rage in Harlem (Harlem Action – Eine schwarze Komödie, 1991) und History Is Made at Night (Spy Games – Agenten der Nacht, 1999).

DANNY ROSETT (Ausführende Produktion)

DANNY ROSETT hat im Verlauf seiner beinahe 20 Jahre umspannenden Karriere in der Unterhaltungsindustrie diverse Senior-Management-Posten bekleidet. Zuletzt war er Präsident von United Artists, der legendären Filmdivision der Metro-Goldwyn-Mayer Studios. Unter seiner Führung produzierte und vertrieb UA Hotel Ruanda (Hotel Ruanda, 2004), der sich drei Oscar®-Nominierungen sichern konnte. Weitere jüngere Projekte umfassen Romance and Cigarettes (2005), der von John Turturro mit James Gandolfini, Susan Sarandon und Kate Winslet in den Hauptrollen inszeniert wurde, und Art School Confidential (2006) von Terry Zwigoff mit John Malkovich. Vor der Leitung von United Artists war er Executive Vice President der Marketing- und Vertriebsabteilung von MGM, während er gleichzeitig bereits Executive Vice President von United Artists war. Außerdem arbeitete Rosett in diversen Finanzierungs- und Ausführungsposten bei den Walt Disney Studios. Seine Karriere begann er bei der internationalen Buchhaltungsfirma KPMG Peat Marwick, nachdem er 1984 seinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der University of California in Santa Barbara gemacht hatte.

ADAM KIMMEL (Kamera)

ADAM KIMMEL war Kameramann von Chrystal (2004), Auggie Rose (Unter falschem Namen, 2000), Jesus’ Son (Jesus’ Son, 1999), Monument Avenue (1998), Almost Heroes (Fast Helden, 1998), Beautiful Girls (Beautiful Girls, 1996), Bed of Roses (Das Rosenbett, 1996), New Jersey Drive (1995), Who’s The Man? (1993) und The Ref (No Panic – Gute Geiseln sind selten, 1994). Kimmel begann seine Karriere als 17-Jähriger als Auszubildender in der Kamera-Abteilung von Michael Chapman bei dessen The Wanderers (The Wanderers – Terror in der Bronx, 1979) und Raging Bull (Wie ein wilder Stier, 1980) sowie von Ralf Bode bei Dressed to Kill (Dressed to Kill, 1980). Ab 1981 arbeitete er als Kamera-Assistent an Filmen wie The Verdict (The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, 1982), Falling in Love (Der Liebe verfallen, 1984), Angel Heart (Angel Heart, 1985) und Birdy (Birdy, 1985).

JESS GONCHOR (Szenenbild)

JESS GONCHOR gibt mit CAPOTE sein Spielfilmdebüt als Szenenbildner. Davor designte er Kurzfilme und zahlreiche Werbespots für Regisseure wie Wes Anderson, Michael Bay und David Kellogg. Einige von Gonchors Credits als Art Director umfassen The Last Samurai (Last Samurai, 2003), Identity (Identität, 2003), The Siege (Ausnahmezustand, 1998), Autumn in New York (Es begann im September, 2000), Fifteen Minutes (15 Minuten Ruhm, 2000), The Story of Us (An Deiner Seite, 1999) und Kate & Leopold (Kate & Leopold, 2001). Zu weiteren Arbeiten in diversen Funktionen im Art Department gehören The American President (Hallo Mr. President, 1995), The Crucible (Hexenjagd, 1996), City of Angels (Stadt der Engel, 1998) und Hook (Hook, 1991).

CHRISTOPHER TELLEFSEN (Schnitt)

CHRISTOPHER TELLEFSEN liefert mit CAPOTE seine nunmehr 20. Arbeit als Filmcutter ab. In den letzten zwei Dekaden arbeitete er an einer Reihe unterschiedlichster Filme. So war er Schnittmeister von Independentproduktionen wie Kids (Kids, 1995), Gummo (1997) oder Flirting With Disaster (Flirting With Disaster, 1996) sowie an großen Studioproduktionen wie The Village (Das Dorf – The Village, 2004), The Human Stain (Der menschliche Makel, 2003), Changing Lanes (Spurwechsel, 2002), Analyze This (Reine Nervensache, 2000), Man on the Moon (Der Mondmann, 1999) und The People Vs. Larry Flynt (Larry Flynt – Die nackte Wahrheit, 1996). Nachdem er sich während seiner Zeit als Kunststudent an der Cooper Union in den späten 70er Jahren für den Filmschnitt zu interessieren begann, nahm Tellefsen seine Arbeit als Schnittmeister Mitte der 80er Jahre in der Independentszene auf. Sein Debüt gab er 1990 mit Whit Stillmans gefeiertem Metropolitan (Metropolitan, 1990).

MYCHAEL DANNA (Musik)

MYCHAEL DANNA gilt als regelrechter Pionier auf dem Gebiet der Filmmusik, weil er eine Methode entwickelte, mit der er nicht-westliche Klangquellen mit Orchestermusik und elektronischem Minimalismus koppelte. Dieser Ruf führte zu Arbeiten mit renommierten Regisseuren wie Atom Egoyan, Ang Lee, Terry Gilliam, Istvan Szabo, Gillies MacKinnon, Scott Hicks, James Mangold und Mira Nair. Danna studierte Musik-Komposition an der University of Toronto und sicherte sich dort 1985 eine Glenn Gould Composition Scholarship. Fünf Jahre war er ansässiger Komponist beim McLaughlin Planeterium in Toronto. Seine jüngsten Projekte umfassen Tideland (2005), Being Julia (Being Julia, 2004), Water (2005) und Where the Truth Lies (Wenn die Wahrheit lügt, 2005).

KASIA WALICKA-MAIMONE (Kostüm)

KASIA WALICKA-MAIMONE steuerte die Kostüme zu Little Manhattan (2005), Jesus’ Son (Jesus’ Son, 1999), The Opportunists (Sein letzter Coup, 2000), HBO’s TV-Produktion „Hysterical Blindness“, Mira Nairs Segment „India“ in 11’9“01 – Spetember 11 (2002) und Songcatcher (2000) bei. Außerdem war sie Kostümdesignerin von Ang Lees Kurzfilm „Chosen“ für die BMW-Reihe „The Hire“.

Ihre Opernprojekte umfassen Philip Glass’ „Les Enfants Terribles“ und „The Sound of a Voice“. Walicka-Maimone nahm außerdem an komplexen experimentellen Theaterstücken von Robert Woodruff („Oedipus Rex“) und Richard Foreman („Maria Del Bosco“ und „King Cowboy Rufus Rules the Universe“) teil. Des Weiteren arbeitete sie mit den Choreographen Susan Marshall, Twyla Tharp, Donald Byrd und David Dorfman.

    
                                                                                                                         114 Min

Im November 1959 ist Truman Capote (PHILIP SEYMOUR HOFFMAN) dank des Erfolgs von „Frühstück bei Tiffany“ ein gefeierter Schriftsteller und der Liebling des New Yorker Jetset. Beim Lesen der New York Times wird er auf einen Aufsehen erregenden Mordfall aufmerksam: Eine vierköpfige Familie aus Kansas wurde förmlich hingerichtet. Kaltblütig. Spontan beschließt Capote, dass eine Untersuchung des Falls vor Ort sein nächster Artikel für den New Yorker werden soll. Begleitet von seiner Freundin und Muse, der Schriftstellerin Harper Lee (CATHERINE KEENER), reist Capote ins amerikanische Hinterland, wo man dem flamboyanten Großstädter mit den auffälligen Manierismen mit großer Skepsis begegnet.

 
 

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