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Netflix: Darum werden so viele Serien nach Staffel 2 abgesetzt

 
 

Viele Serien auf Netflix enden bereits nach kurzer Zeit. Sogar vor der Absetzung von sehr beliebten Serien, macht der Streaming-Sender keinen Halt. Was für den Zuschauer meist verwirrend wirkt, ist für Netflix eine logische Konsequenz aus der Analyse der Serien. 

Trotz der Corona-Pandemie hat Netflix derzeit noch viele Serien in der Hinterhand, so erleben wir Woche für Woche den Neustart von Serien der verschiedensten Genres. Doch für mehr als zwei oder drei Staffeln reicht es selten und das sogar bei Serien, die vermeintlich so beliebt sind. So hat es erst letztens die Science-Fiction Serie “Altered Carbon” getroffen, die nun also nach zwei Staffeln eingestellt wurde. Dabei spielt im Übrigen auch keine Rolle, ob ein Ende gedreht wurde oder ob die letzte Staffel mit einem Cliffhanger aufgehört hat. Netflix ist in dieser Sache konsequent und auch Online-Petitionen von Fans wie beispielsweise bei der Serie “The OA” können daran nichts mehr ändern.

Ein großer Vorteil für Netflix ist es dabei, dass man anders als bei den wagen TV-Messungen die genauen Abrufzahlen kennt und so Entscheidungen natürlich einfacher zu treffen sind. Wichtig dabei sind vor allem drei Richtwerte. Zum einen wird geschaut, wie viele Haushalte die Serie überhaupt anfangen zu schauen, zum anderen wie viele die Serie auch beenden. Beim dritten Wert handelt es sich dann noch um die Gesamtzahl aller Zuschauer. Netflix guckt sich diese Werte eine Woche und einen Monat nach Start der Staffel an und achtet dabei besonders auf die Anzahl der Leute, die eine Staffel beenden. Wenn zu wenige Leute eine Staffel innerhalb des ersten Monats nach Erscheinen geschaut haben, geht man davon aus, dass die Zuschauer dies auch später nicht mehr tun werden. Dadurch wird eine Fortsetzung der Serie unwahrscheinlich.


Bei Netflix merkt man mit dieser Unterteilung den Unterschied zwischen den extremen Fans, die die neue Staffel meist nach einer Woche geschaut haben und den allgemeinen Zuschauern, die sich nach einem Monat die Serie angeguckt haben. Da man bei Netflix eben eine breite Zuschauerschaft haben möchte, reicht es daher nicht, wenn die Serie nur bei den großen Fans ankommt. Ein weiterer Unterschied liegt auch in der Kostenkalkulation von Netflix und den klassischen TV-Sendern. Denn bei Netflix gibt es keine Pilotfolgen, neue Serien werden direkt mit mehreren Folgen produziert. Netflix übernimmt dabei die ganzen Kosten, während TV-Sender nur etwa die Hälfte zahlen, da sie durch die Lizenzierung in andere Länder schon wieder Geld einnehmen. Da Netflix seine Serien international aber selbst vermarktet, gibt es diesen Gewinn beim Streaming-Dienst nicht und man geht ein großes Risiko ein. 

Viele Serien haben meist trotzdem zweite Staffeln. Das liegt daran, dass Netflix meist direkt beispielsweise 20 Folgen bestellt und diese dann später in zwei Staffeln aufteilt. Die Kosten sind dabei verhältnismäßig kleiner, weil sich das Set, die Kostüme und auch das Team nicht großartig verändert. Hat man bei Netflix dann aber einen großen Erfolg geschaffen, kann es richtig teuer werden. Denn wenn die Verträge neu ausgehandelt werden, winkt den Darstellern und Serienmachern natürlich ein höheres Gehalt. Deswegen überlegt man es sich dann auch so gut, ob man eine Serie über die zweite Staffel hinaus verlängern möchte. Gerade in diesen Zeiten ist es sehr kompliziert, weswegen Netflix auch schon angekündigte zweite Staffeln wie für “The Society” oder “I Am Not Okay With This” doch noch abgesagt hat. Mit den erhöhten Budgets für die Sicherheitsmaßnahmen, hätten sich die Serien nämlich nicht mehr gerechnet.


Eine Serie muss bei Netflix einfach ein Hit sein, um eine mögliche Fortsetzung zu begründen. Wenn die Serie nach einer zweiten oder dritten Staffel nämlich keine Zuschauer hinzugewinnen kann, wird sie dies vermutlich nicht sein. Doch dass das auch funktionieren kann zeigen Netflix-Serien wie “Stranger Things” oder “Orange Is The New Black”, letztere schafft es sogar auf insgesamt sieben Staffeln. Ein ungewöhnliches Modell ist Netflix zudem bei der Serie “Haus des Geldes” gefahren, denn die Serie war einst für den spanischen TV-Sender Antena 3 gedreht und abgeschlossen worden. Doch bei Netflix ging die Serie so durch die Decke, dass man sich dafür entschied die Produktion zu übernehmen und weitere Staffeln zu drehen. Das einige Serien auf mehrere Staffeln kommen, obwohl sie als Netflix-Serie deklariert werden, liegt übrigens daran, dass es sich um TV-Produktionen handelt. Die Serie “Riverdale” beispielsweise läuft in den USA normalerweise auf dem Sender The CW. Netflix hat nur die Rechte für die internationale Ausstrahlung der Serie.

Zusammengefasst kann man also sagen, was man sich wahrscheinlich sowieso schon vorher gedacht hat. Netflix setzt die Serien ab, wenn sich diese aus der Kostensicht nicht mehr lohnen. Durch die Übersättigung an Serien wird es zudem immer schwieriger einen richtigen Hit zu landen und das ist nun mal eine Voraussetzung dafür, wenn es um die Entscheidung geht, ob Netflix eine Serie um weitere Staffeln verlängert.

 
© FILM.TV|News
 
 
 

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Autor: Tom Stolzenberg
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